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Tagesmutter oder Krippe?

13. Juni 2011 1 Kommentar

Vorab, beide Varianten wurden und werden ausgebaut um besonders berufstätigen Müttern das Arbeiten zu ermöglichen.

Doch ist die Betreuungssituation zur Zeit wirklich so ideal?

Betreuung durch Tagesmütter ermöglicht flexible Arbeitszeiten, Familienanbindung, kleine Gruppen und eine enge Tagesmutter/ Elternbindung. Dafür sind Ausfallzeiten der Tagesmutter bei Krankheit/ Urlaub, Rahmenbedingungen und viel Organisation oft Nachteile.

Die Krippenbetreuung bietet hohe Fachkompetenz, Betreuungssicherheit und gute Rahmenbedingungen in den Kindertagesstätten. Die Vertretungssituation ist geregelt in den festen Betreuungszeiten, aber altersbegrenzt.
Beide Varianten haben Ihre Schwächen.

Die ideale Lösung gibt es nicht!

Mütter die außerhalb der Öffnungszeiten der Kitas arbeiten gehen, benötigen ebenfalls eine Tagesmutter. Sollte die Tagesmutter erkranken oder aus anderen persönlichen Gründen ausfallen, so ist die Betreuung nicht mehr gesichert und die arbeitende Mutter steht ohne Kinderbetreuung da. Auch wenn der Arbeitgeber Verständnis hat, bedeutet das nicht, dass die Mutter sich problemlos um ihr Kind kümmern kann. Fällt die Tagesmutter häufiger aus, können Termine nicht unendlich verschoben werden und auch Arbeitskollegen reagieren irgendwann „sauer“, wenn sie mal wieder die Arbeit für eine „ausgefallene“ Mutter zusätzlich zu den normalen Krankheitsausfällen übernehmen müssen.

Die Krippen bieten hier erheblich mehr Möglichkeiten, wenn die Öffnungszeiten flexibe gestaltet werden.
Beispielhaft ist ein Model der Kliniken im südlichen Landkreis.In Zusammenarbeit mit öffentlichen Trägern suchen sie nach Möglichkeiten, ihr über Jahre ausgebildetes Fachpersonal zu halten. Sie bieten eine Kinderbetreuungen an, weil ihnen der Ausfall der „gut ausgebildeten Mutter“ höhere Kosten verursachen würde, als die Bereitstellung einer Kinderbetreuung.

Mütter sind auf ein gut funktionierendes Netzwerk angewiesen. So ein Netzwerk muss von kompetenten Leuten geführt werden, die die Komplexität der Situation kennen und in der Lage sind Strukturen zu schaffen die genau diese oben genannten Probleme professionell lösen können.

In Zeiten des Fachkräftemangels ist eine Gemeinde gut beraten, diesem Bedarf Rechnung zu tragen, um arbeitende Mütter zu halten.

 



    Arbeit     Familie     Kommunalpolitik

 

1 Kommentar zu Tagesmutter oder Krippe?


Becker Gabriele

1

am 03. Dezember 2011 um 16:19 Uhr

Ganz richtig....In den Krippen ist die Urlaub,- und Krankheitsvertrettung durch die Kollegen gewährleistet. Nach dem STG VIII sind Tagesmütter und Krippen gleichzustellen. Leider kämpfe ich nun seit 2 Jahren mit meinem zuständigen Jugendamt um diese Unterstützung. Nun wurde mir letzte Woche mitgeteilt, dass es der Stadt nicht möglich sei, aus finanziellen Unpässlichkeiten, eine Urlaubs,- und Krankheitsvertrettungsnetzwerk zur Verfügung zu stellen.
Ferner sind meine Ansprüche auf finanzielle Unterstützung der Eltern, welche sich für eine Tagesmutter entscheiden möchten, abgelehnt worden.
Als Beispielsrechnung: Ganztageseinrichtung Krippe Mo.-Fr. 7.30h- 17h Kosten ohne Essen 320,- Euro.
Das hieße für eine Tagesmutter, dass sie für einen Stundenlohn von 1,60Euro Brutto!, x5 Kinder = 8 Euro arbeiten würde.
Eltern, welche sich für eine Tagesmutter einschieden haben, sollten deshalb von der Stadt ebenso subventioniert werden wie eine Krippe, damit die Tagesmutter weiterhin ein wertvoller Unterstützer der Eltern/Kind Gesellschaft bleibt.
Für mich ist Gesetzgebung nicht nach angedachten Richtlinien umgesetzt worden. Dies werde ich in den einzelnen Instanzen einfordern, bis hin zur Klage.


 

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